Institute for Environmental Studies and Applied Research (I.E.S.A.R)
Fachhochschule Bingen am Rhein

CO2 - Emissionsrechner im Weinbau

(in Form eines standardisierten Excel-Tools)

Das Projekt wurde im Rahmen des Forschungsprojektes Product Carbon Footprint für kleine und mittlere Unternehmen [www.pcf-kmu.de] von Christoph Friedrich und Desiree Palmes entwickelt.


Das Instrument des CO2-Fußabdrucks kann den Winzern wertvolle Hinweise auf Energie- und Treibhausgas-Einsparpotentiale geben. Durch eine effiziente Verarbeitung des Erntegutes kann die Weinwirtschaft in der Anbauphase, sowie in den weiteren Verfahren der Kellerwirtschaft, die durch einen intensiven Maschinen- und Energieeinsatz geprägt sind, zur Minderung der THG-Emissionen beitragen.

Ein Forschungsverbund der Fachhochschule Bingen, der Hochschulen Darmstadt und Pforzheim hat sich speziell mit der Frage beschäftigt, inwieweit das Instrument des PCF für kleine und mittlere Unternehmen in der Praxis anwendbar ist.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung geförderten Projektes wurde in einer Masterarbeit für das Staatsweingut Bad Kreuznach des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, (DLR-R.N.H), ein Product Carbon Footprint (PCF) erstellt. Die Bilanz für einen Riesling- und Spätburgunderanbau umfasst die gesamte Außenwirtschaft, beginnend bei der Pfropfrebenerzeugung über die Herrichtung der Jung- und Ertragsanlage bis zur Rodung der Altanlage. Alle kellerwirtschaftlichen Produktionsschritte vom Keltern bis zur Flaschenausstattung wurden ebenso erfasst wie die Vertriebswege der Weine. Parallel dazu erfolgte in Form einer Bachelorarbeit die Erhebung bzw. Bilanzierung eines Steillagenanbaus in einem ökologisch arbeitenden Weinbaubetrieb. Neben der Festlegung des Produktsystemes wurden die Systemgrenzen in Form einer Prozesslandkarte verdeutlicht. Die genauen Verfahrensabläufe aller fünf Lebenszyklusphasen werden unter Beachtung der aktuell bestehenden Normen und Regelwerke bilanziert. Mit einer Ergebnisdarstellung und Sensitivitätsanalyse sowie mit Maßnahmenvorschlägen zur CO2-Reduktion schließt die Studie ab. Weiterhin werden die Erfahrungen des gesamten Bilanzierungsablaufes des PCF analysiert sowie Verbesserungsvorschläge zur CO2-Reduktion unterbreitet.

Die hierbei ermittelten Daten und Systemgrenzen der Studien bildeten die Grundlage für die Entwicklung des „CO2-Rechners“ in Form eines standardisierten Excel-Tools, um interessierten Winzern die Möglichkeit zu eröffnen, eigenständig einen produktbezogenen Kohlendioxid-Fußabdruck für ihre Weine zu ermitteln.

Der Aufbau des CO2-Emissionsrechner

Über eine Einstiegsseite hat der Benutzer die Möglichkeit, zwischen 2 Modulen zu wählen.

CO2-Emissionsrechner im Weinbau

Das erste Modul 1 - Datenblätter zur Erhebung des produktbezogenen CO2-Fußabdruckes - besteht aus zehn erarbeiteten Datenblättern (mit Bezug auf dem Weinbau). Diese dienen der Erhebung des Energieeinsatzes und zur nachfolgenden Berechnung des Product Carbon Footprints. Enthalten sind entsprechende Ergänzung bzw. Anpassung in Richtung des ökologischen Weinanbaus. Die Datenblätter sind im angepassten druckbaren Format für die betriebseigene Erhebung hinterlegt.

Das Modul 2 - Datenerfassung und Berechnung des CO2-Fußabdruckes - ist ein elektronisches Tool, das die Erfassung folgender Prozessphasen einer Weinflasche ermöglicht:

Nach Abschluss der Datenerfassung der einzelnen Prozessphasen berechnet das Programm nun für jede Lebenszyklusphase den Product Carbon Footprint als Ergebnis, ausgegeben in CO2-Äquivalenten.

Der Emissionsrechner ist gegen eine Schutzgebühr von 23 Euro beim Institut I.E.S.A.R. erhältlich.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Gerhard Roller
Desiree Palmes M.Sc.

Tel.: +49 (0)6721 409 810 oder 814
E-Mail: palmesdes@fh-bingen.de oder iesar@fh-bingen.de